Deutscher Evangelischer Posaunentag Leipzig 2008
Wenn sich Bläser der Posaunenchorbewegung am Instrument erkennen, sind sie deutschlandweit sofort in Kontakt. Durch die mehr als hundertjährige Geschichte ihrer Arbeit sind sie eine große Familie. Wir haben in Leipzig Bläser von der Insel Fehmarn und dem Oberallgäu gesprochen, viele Bekannte getroffen in der kurzen Zeit, die uns zwischen den Veranstaltungen blieb. Solch einen Massenchor von mehr als 15.000 Bläsern hat noch nie jemand geleitet; das ist auf Grund von Entfernung, optischer und akustischer Probleme sehr schwer. Im fast voll besetzten Stadion zum Gottesdienst am Sonntag hat es geklappt und war ein bewegendes Ereignis. Mendelssohns Jauchzet dem Herrn alle Welt mit „Ehre” (Berggottesdienst Schneeberg), das Türmerlied von Max Bruch, das „...Lobt ihn in Ewigkeit.Amen”, mit seinem für mehrere Chöre angelegten, schwingenden, Glockenläuten darstellendes Chorwerk und Bachs abschließendes „Gloria sei dir gesungen” - Wahnsinn! Der Ausdruck von Beifall ist unter Bläsern auf großen Festen ein B-Dur-Akkord, den stimmen sie allein an, dazu brauchen sie keinen Dirigenten! Einer fängt an und alle stimmen ein. Bischoff Huber hat so während seiner Predigt mehrfach Applaus bekommen. Ich kriege heute noch Gänsehaut beim Schreiben dieser Zeilen! Man muss es einfach live erleben, das Fernsehen mag das m.E. nicht zu vermitteln. Als Schluss war, wollte keiner heim gehen. Ungezählte La-ola-Wellen schlossen sich an, begleitet vom B-Dur-Arkord, irgendwo spielte man in kleiner Besetzung das Badenserlied und die deutsche Hymne. Als dann der sächsische Posaunenwart Sigfried Mehlhorn nochmals zum Dirigentenpult schritt und nochmals Bachs „Gloria, sei...” ansetzte, packten die, die schon mit dem Einpacken begonnen hatten, die Instrumente wieder aus. Beim Schlussakkord waren wieder Massen vereint. Alle, die es erlebt haben, wird sicher ein großer Eindruck bleiben. Was wir hier im Kleinen in der Kirchgemeinde zur Ehre Gottes tun, ist durch das Posaunenfest gebündelt zu einem großen musikalischen Bekenntnis und Erlebnis geworden. (kem.)
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